Mittwoch, 27. Mai 2026: Monster und mehr Burgen

Mit einem netten Zmorgen vom Supermarkt fahren wir zu Nessie. Oder besser gesagt: Ans Nordende des Loch Ness. Anderswo kommt man ja nicht ans Ufer, und hier ist es wirklich perfekt: Wir geniessen unser Essen, während ein paar Meter weiter ein Nessie-Forscher seine Waren feilbietet. Und tatsächlich sichten wir schon bald ein wildes Tier im Wasser: Ein schwarzer Labrador freut sich seines Lebens, dass er ins Wasser springen und nach einem Stöckchen schwimmen darf.

Jetzt erkunden wir die Altstadt von Inverness und finden tatsächlich einen empfehlenswerten Souvenir-Laden, der mehr hat als nur den üblichen Kitsch. Da schlagen wir gleich zu. Aber auch sonst bietet die Stadt viele schöne Aussichten.

Zur Mittagszeit fahren wir weiter zum Cawdor Castle, unserem heutigen Hauptausflugsziel. Wir essen ein feines Zmittag im Schloss-Café, das eine erstaunlich grosse Karte bietet: ein Panini für Gabi, eine Sausage Roll (in Scheiben!?!) für Chrige und ein Baked Potato mit Speck, Poulet und Estragon-Mayo für mich. So haben alle genügend Energie für ein weiteres Spezial-Vorhaben. Und den «normalen» Schlossbesuch danach.

Dazu laufe ich den Rundgang zur Schlossbesichtigung gleich dreimal ab. Dabei interessiert mich vor allem der Stechpalmen-Stamm im Keller. Hierhin und in den restlichen Teil des Schlosses kann Gabi leider nicht mitkommen. Deshalb mache ich für sie viele Fotos und ein Video, wie ich beim Rundgang die einzelnen Räume durchquere… Treppe hinauf und Treppe hinunter.

Die verschiedenen Gärten sind auf jeden Fall ein Höhepunkt. Leider ist das Labyrinth (mit Minotaurus!) nicht zugänglich – scheinbar schon seit rund zehn Jahren, weil sich die Pflanzen von den vielen Menschen erholen müssen. Aber auch so sieht alles toll aus. Besonders schön ist die Allee mit den vielen Goldregen-Bäumen rund um den unteren Teil der Gartenanlage.

Entschädigt wird Gabi aber draussen auf der Wiese: Hier weiden zottlige Highland-Kühe, die sie unbedingt mal aus der Nähe sehen wollte. Es stellt sich heraus: Das ist gar nicht so einfach! Während wir oft an Schafweiden vorbeigefahren sind, selten an Pferden und normalen Kühen, sahen wir bisher fast keine. Auch wenn diese Exemplare hier schwarzes Fell haben, sind sie doch sehr schottisch.

Auch die Strecke nach Aviemore zu unserem nächsten Hotel ist total spannend. Sie führt uns über kleine Strässchen durch riesige Wälder, die in weite, karge Ebenen übergehen. In der Distanz scheinen die Böden weiss. Schnee kann es nicht sein, dafür ist es viel zu warm. Als wir die weissen Flächen erreichen, halten wir an, um mehr herauszufinden. Und siehe da: Es ist Wollgras, das auf schwarzer Torf-Erde wächst! Die vielen flauschigen Blüten bedecken den Boden wie ein weisser Teppich.

Dann treffen wir in unserem Hotel ein. Von hier aus machen wir uns nochmals auf den Weg, um einen «Chippy Tea» zu holen, was ganz einfach ein Nachtessen vom Fish & Chips Shop bedeutet. Das ist aber weit mehr als nur Fisch – frittieren kann man fast alles! So teilen wir uns frittierte Würstchen, eine frittierte Pizza und den traditionellen frittierten Fisch. Dazu gibt es Pommes Frites (die in Grossbritannien «Chips» heissen) sowie Curry Sauce und Gravy zum Dippen. Gesund? Nein, muss es in den Ferien aber auch nicht sein.