Dienstag, 26. Mai 2026: Eine überraschende Fähre nach Skye

Unser erster Stopp ist heute die M&S Food Hall. Hier decken wir uns mit Zmorgen und Zmittag ein. Jetzt fahren wir zum Glennfinnan Viaduct: Um 10:45 Uhr soll dort der Harry Potter Zug durchfahren. Der Parkplatz des Besucherzentrums ist schon sehr voll, und tatsächlich strömen viele Leute in Richtung Viadukt. Leider lesen wir aber auf einem Schild: «Steam train canceled» – die Zugfahrt wurde abgesagt. Jänu. Wir spazieren trotzdem zum schönen Viadukt. Hier drängen sich die Menschen dicht an dicht auf dem Hügel. Sie haben wohl das Schild nicht gesehen oder glauben an eine Falschinformation. Und als wir gerade hochgeklettert sind, fährt doch noch ein Zug vorbei, aber halt ein moderner Zug.

Eigentlich dachten wir, dass wir von diesem Seitental zurück ins Haupttal und dann ins nächste Seitental mit dem Eilan Donan Castle fahren müssen. Doch Google Maps und auch das Auto-Navi empfehlen, stattdessen das Seitental zu Ende zu fahren und dann die Strasse dem Meer entlang zu nehmen. Gesagt, getan. Und die Küste mit ihren schroffen Felsen und den Inseln in der Distanz bieten wirklich eine atemberaubende Aussicht. Die Fahrt führt auch immer wieder der Eisenbahnlinie entlang. Ob es dieselbe wie beim Viadukt ist, können wir nicht sagen.

Dann sagt das Navi plötzlich nicht mehr «links abbiegen» oder «rechts halten», sondern: «Nehmen Sie die Fähre». Welche Fähre? Oh! Da hat es die Strecke tatsächlich einfach so geplant, ohne uns etwas davon zu sagen. Einen anderen Weg gibt es nicht. Wir fragen am Fährhafen also, wohin das Schiff überhaupt fährt, kaufen dann ein Ticket nach Armadale und haben Glück: Die nächste Fähre hat noch Platz und wir können sofort an Bord fahren. Wenige Minuten später schliesst sich die Zufahrt und wir legen ab. Mit ziemlichem Tempo und einigem Geschaukel steuert die Fähre die Isle of Sky an. Eine gute halbe Stunde später legen wir dort an – immer noch ziemlich baff vom überraschenden Ausflug auf diese Insel, aber um viele Eindrücke reicher.

Von Armadale aus fahren wir Richtung Nordosten. Zuerst geht es der Küste entlang, dann in die Höhe und landeinwärts. Spannend, wie sich die Vegetation dabei ständig ändert. Schliesslich sind wir auf der anderen Seite der Insel angelangt, die nach Norden noch viel weiter gehen würde, und gelangen über die einzige Brücke wieder aufs Festland. Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Eilan Donan Castle. Die Burg wurde auf einer Landzunge errichtet, die bei Flut zur Insel wird und nur über eine schmale Brücke erreichbar ist. Wir geniessen unser Picknick-Mittagessen mit Blick auf die Burg und fahren danach weiter.

Den letzten Halt für heute legen wir beim Castle Urquhart ein. Von dieser Burg besteht nur noch eine Ruine, die hoch über dem Loch Ness thront. Über die Zugbrücke gelangen wir zum Eingangstor, das noch in Teilen erhalten ist. Wir geniessen unser Zvieri, während wir vergeblich nach Nessie Ausschau halten. Leider war dieser untere Bereich der einzige, der über eine Rollstuhlrampe erreichbar war. Alle Pfade zur restlichen Anlage haben Treppenstufen eingebaut. So können nur Chrige und ich die Ruine weiter erkunden, während Gabi im Schlosshof wartet.

Auf der weiteren Fahrt dem Loch Ness entlang werden wir enttäuscht: Im Gegenteil zu allen anderen bisherigen Lochs gibt es hier weder eine Strasse nahe am Wasser, noch Wege von den Parkplätzen dorthin. Es ist fast so, als wollten die Einheimischen verhindern, dass Fremde überhaupt zum See gelangen. Es soll wohl niemand das Geheimnis von Nessie entdecken. Gegen 19 Uhr treffen wir im Hotel ein und machen uns eine Stunde später wieder auf, um bei McDonald’s Znacht zu holen – man muss ja die vermeintlichen Schotten unterstützen. Doch dieses Mal sind wir enttäuscht: Alle bestellten Saucen und das Ketchup fehlen, als wir im Hotelzimmer die Papiertasche öffnen.