Donnerstag, 15. Oktober 2026: Charmantes Cheddar

Heute fahren wir nach Cheddar, Heimat des gleichnamigen Käses. Das ist ein wirklich charmanten Dorf, das am Eingang zu einer zünftigen Schlucht liegt – der grössten in Grossbritannien. Hier gibt es auch Höhlen, in denen der Cheddar-Käse seit dem 12. Jahrhundert und zum Teil noch heute reift. Die Gegend lädt zum Wandern ein, und an den steilen Hängen üben Anfänger unter professioneller Anleitung das Klettern. Wir fahren durch die Schlucht und zurück und erkunden dann zu Fuss das Dorf.

Zum Mittagessen treffen wir unsere Freundin und ihren Hund Mickey in einem herzigen Café mit einer unglaublich tollen Auswahl. Wir sitzen also schon bald auf der Terrasse und essen eine Cheddar-Käseschnitte, einen Cheddar-Quiche und einen Cheddar Cream Tea mit salzigem Scone, Zwiebel-Chutney und Cheddar. Alles ist unglaublich lecker.

Während Gabi, unsere Freundin und Mickey auf der Terrasse weiterplaudern, möchte ich die Höhlen besuchen. Es gibt jedoch keine Einzeltickets, nur ein Tagesticket für sämtliche Attraktionen von Cheddar. So steige ich also zuerst die «Jakobsleiter» hoch und auf den Aussichtsturm, der einen grossartigen Blick über die Klippen hinaus bietet.

Eigentlich wird von hier aus die Wanderung über den Höhenweg empfohlen, aber ich steige die Leiter – eine sehr lange Treppe – wieder hinab und besuche die nahe Höhle. Animierte Projektionen erzählen die Geschichte der Gegend und wie man Stalaktiten und Stalagmiten unterscheidet. Und die gibt es hier wirklich in grosser Vielfalt und allen Grössen. Besonders schön sind die kleinen Teiche, in denen sie sich spiegeln und in die zwischendurch immer mal wieder ein Wassertropfen fällt.

Nach einem kleinen Check-in im Café erkunde ich auch die andere, grössere Höhle. Nahe des Eingangs liegt in einer Nische das Skelett des Cheddar Man, dem ältesten fast vollständig erhaltenen menschlichen Skelett in Grossbritannien. Der Cheddar Man lebte hier vor rund 10’000 Jahren und ist Symbol der schon damaligen ständigen Besiedelung der Britischen Inseln. Mithilfe einer DNA-Analyse liess sich sogar ein Nachfahre des Cheddar Man finden: Der Lehrer lebt immer noch in Cheddar. Weiter hinten wird es wirklich spektakulär: Die breiten Tropfsteinwände mit ihren Falten sehen unglaublich eindrücklich aus. In einer Nische befindet sich das Cheddar-Lager, das man aber nur von weitem anschauen darf. Weiter hinten macht der Audio-Guide auf das andere Aussehen der Wände aufmerksam: Hier wurden Durchgänge in den Berg gesprengt und gegraben, um beim Besuch einen Rundlauf zu ermöglichen. Tatsächlich sieht es anders aus als die restliche Höhle, die vom Wasser geschaffen wurde.

Auf dem Rückweg zum Café schaue ich noch kurz im kleinen prähistorischen Museum vorbei, das wirklich sehr schön gemacht ist, mit spielerischen Teilen für die vielen Schulkinder, die einen Ausflug nach Cheddar machen. Dazu gehört auch eine kleine Steinzeit-Welt, in der eine ältere Frau in prähistorischer Leder-Kleidung die damaligen Gebräuche erklärt.

Nach einem Stück Kuchen zurück im Café und einem gemeinsamen Spaziergang durchs Dorf und an einem Steinmetz-Shop vorbei fahren wir wieder zurück ins Hotel, bevor wir wieder bei unserer Freundin zum Znacht eingeladen sind. Heute kocht sie ein tolles Risotto für uns, mit Erbsen, Spinat und dazu Poulet. Mmmmmh!