Dienstag, 13. Oktober 2026: Vielfältige Weiden

Zusammen mit unserer Freundin fahren wir zum Coates English Willow Visitor Centre, wo immer noch aus Weidenruten Körbe und vieles mehr geflochten wird. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt, wie wir schon beim Eingang lernen. Hier begrüssen zwei geflochtene Elefanten die Besucherinnen und Besucher. Im Shop kaufen wir Tickets fürs Museum und sehen uns schon ein bisschen um. Neben nützlichen und dekorativen Gegenständen – Stühle, Körbe, Koffer und weitere Behälter – werden hier auch Do-it-Yourself-Sets mit Weidenruten, Werkzeug und Anleitung angeboten, um selbst etwas zu flechten.

Im Museum erfahren wir, wie die Weiden damals und heute immer noch mit viel Handarbeit angepflanzt, gehegt und gepflegt, geschnitten, gekocht und je nach Anwendungsbereich entrindet und gefärbt werden. Früher entstand daraus alles, was leicht, robust und steif, aber trotzdem ein wenig flexibel sein musste – vor allem dann, wenn dazu eine ungewöhnliche Form nötig war. Reusen für den Fisch- und Hummerfang zum Beispiel, Teppichklopfer, Schirmhalter für Kutschen, Koffer-Aufbauten von frühen Autos, Korbflaschen, Brieftauben-Transportkisten, sogar Flugzeug-Sitze, Bienenstöcke, Tragekörbe für Esel und Maultiere, ja sogar frühe Rollstühle und Kinderwagen entstanden daraus. Heute sind es weiterhin Wäschekörbe, Strandkörbe, Heissluftballon-Körbe und mehr. Särge zum Beispiel. Und was wir nicht wussten: Auch die hohen Bärenfellmützen der königlichen Garde beim Buckingham Palace tragen im Inneren eine Struktur aus Weidenruten von hier.

Wir schliessen unseren Besuch mit einem Mittagessen im Café ab. Gabi bestellt ein Ciabatta-Sandwich, unsere Freundin einen Baked Potato und ich einen Farmer’s Ploughman Teller mit kalten Aufschnitten und Käse. Ich finde heraus: Ich mag wirklich keinen Blauschimmelkäse.

Dann machen wir uns auf die Suche nach ein bisschen mehr Halloween-Dekoration, Schalen und Hexenkessel für «meine» Halloween-Veranstaltung im Büro. Und könnten hier unglaublich viel kaufen – auch Ballonbögen und drei Meter hohe aufgeblasene Geister… aber wir wollen es ja beim ersten Mal ruhig angehen und uns noch steigern können.

Mit ein paar netten Teilen und einem Dessert für heute Abend im Gepäck laden wir zuerst unsere Freundin zu Hause ab und verbringen noch ein bisschen Zeit im Hotel, bevor wir wieder zu ihr fahren. Wir sind erneut zum Znacht bei ihr eingeladen und geniessen ihren Guiness-Wurst-Eintopf mit Kartoffelstock und Erbsen.

Danach schauen wir zusammen die neue Episode von The Great British Bake-Off. Es ist Brot-Woche, und irgendwie haben alle Kandidatinnen und Kandidaten Probleme. Sogar Nigella Lawson, die seit dieser Staffel die Backwerke neben Paul Hollywood bewertet, hat Mühe, positive Worte zu finden. Ihren Cola-Schinken kochen wir ja gerne zu Weihnachten. Noch bevor die Sendung vorbei ist, gibt uns Hund Mickey zu verstehen, dass es nun langsam Zeit wäre zu gehen: Er möchte ins Bett. Jaja, Mickey, es ist ja bald soweit.